150 Jahre Bayreuther Festspiele Festakt eröffnet Jubiläumswochenende

Mit Festakt, „Rienzi“-Premiere und einer Gedenkveranstaltung haben die Bayreuther Festspiele ihr 150-jähriges Jubiläum eröffnet.

Kunstminister Markus Blume eröffnete gemeinsam mit Gästen aus Politik und Kultur das Jubiläumswochenende zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele. Foto: picture alliance/dpa

Mit einem Festakt ist am Freitag das Jubiläumswochenende zum 150-jährigen Bestehen der Bayreuther Festspiele eröffnet worden. Auf dem Programm stehen außerdem die Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ mit Michel Friedman sowie die Premiere von Richard Wagners Oper „Rienzi“ im Festspielhaus.

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Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU) bezeichnete Bayreuth als „Sehnsuchtsort der Opernwelt“. Der Freistaat unterstütze die Festspiele im Jahr 2026 mit 4,2 Millionen Euro sowie einem Sonderzuschuss von 200.000 Euro. Zudem seien Bayern und der Bund bereit, ihre Förderung dauerhaft um jeweils bis zu einer Million Euro zu erhöhen, sofern auch die weiteren Gesellschafter mitziehen.

Geschichte der Festspiele

Blume hob zugleich die Bedeutung der Erneuerung der Festspiele hervor. Das Jubiläumsprogramm verbinde Tradition und Innovation – etwa durch die erste Aufführung von „Rienzi“ im Bayreuther Festspielhaus, den KI-gestützten „Ring des Nibelungen“ sowie das eigens errichtete „Kleine Festspielhaus“ für die Kinderoper. Auch strukturell müsse sich die Institution weiterentwickeln. Die Reform der Governance sei vorbereitet, entsprechende Beschlüsse der Gremien erwarte er noch im August.

In seiner Rede ging der Kunstminister auch auf die Geschichte der Festspiele ein. Die 150-jährige Geschichte umfasse sowohl „die größten Sternstunden der Oper“ als auch „die dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte“. Richard Wagner sei ein musikalisches Genie gewesen, zugleich aber ein überzeugter Antisemit.

Viele Ergänzungen

Die kritische Auseinandersetzung mit diesem Erbe sei unverzichtbar. Blume dankte Festspielleiterin Katharina Wagner dafür, dass sie diesen Prozess konsequent vorantreibe. Die Mitwirkung Michel Friedmans an der Gedenkveranstaltung „Verstummte Stimmen“ sei ein wichtiges Zeichen für Erinnerungskultur und gesellschaftlichen Diskurs.

Die Jubiläumsspielzeit knüpft an die Gründung der Festspiele im Jahr 1876 an, als Richard Wagner im eigens errichteten Festspielhaus erstmals den vollständigen „Ring des Nibelungen“ aufführen ließ. Neben der „Rienzi“-Premiere stehen in diesem Sommer auch „Der Ring des Nibelungen“ unter der musikalischen Leitung von Christian Thielemann, „Der fliegende Holländer“ unter Oksana Lyniv sowie „Parsifal“ unter Pablo Heras-Casado auf dem Spielplan.

Ergänzt wird das Programm durch Open-Air-Konzerte, Diskussionsveranstaltungen, Bildungsangebote sowie die Kinderoper „Der Ring des Nibelungen“, die in einem eigens errichteten „Kleinen Festspielhaus“ aufgeführt wird. Ziel der Jubiläumsspielzeit ist es, künstlerische Tradition, neue Formate und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bayreuther Festspiele miteinander zu verbinden.