150 Elstern Keine 150 Raben – Kunstaktion greift Hörl-Idee auf

Minou Heller und , aktualisiert am 24.07.2026 - 16:23 Uhr

Statt der geplanten Raben stehen am Samstag 150 Elstern im Festspielpark. Die Kunstaktion versteht sich als politisches Statement gegen Vermögensungleichheit.

Die Elstern tragen die Namen der 150 reichsten Personen und Familien Deutschlands. Die Installation entsteht im Festspielpark außerhalb des Festspielgeländes. Foto: red

Aus den geplanten Raben werden Elstern. Zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele am Samstag plant eine Gruppe Bayreuther eine Kunstaktion mit 150 Elstern im Festspielpark. Die Installation knüpft ausdrücklich an das gescheiterte Jubiläumsprojekt des Künstlers Ottmar Hörl an, verfolgt jedoch eine eigene politische Botschaft.

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Die Aktion findet nicht auf dem Gelände der Bayreuther Festspiele statt. Nach Informationen dieser Redaktion handelt es sich um eine Fläche außerhalb des Festspielgeländes. Eine Genehmigung durch die Bayreuther Festspiele war deshalb nicht erforderlich. Nach Informationen dieser Redaktion war die Kunstaktion den Festspielen im Vorfeld zudem nicht bekannt.

Keine Raben

Einer der Organisatoren, Dominik Eichel, bestätigte auf Anfrage, dass die Veranstaltung von der Stadt Bayreuth beziehungsweise dem Ordnungsamt genehmigt worden sei.

Die Initiatoren greifen damit eine Debatte auf, die bereits vor einigen Wochen für Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Künstler Ottmar Hörl hatte zum 150-jährigen Jubiläum der Bayreuther Festspiele eine Installation mit 150 Raben unter dem Titel „Götterdämmerung“ geplant. Das Projekt kam jedoch nicht zustande. Denn die Festspiele legten im Jubiläumsjahr Wert darauf, neue Projekte oder Ausstellungen zu zeigen. Hörls Raben aber stammten aus einer Aktion vor einigen Jahren.

Kritik an Reichen

Nun sollen stattdessen 150 Elstern aufgestellt werden – allerdings nicht als Kunststoffskulpturen, sondern als bemalte Figuren aus Pappkarton. „Statt Raben stellen wir 150 Elstern auf, die wir in verschiedenen Techniken auf Pappkarton malen“, wird Mitorganisator Paul Schindler in einer Pressemitteilung zitiert.

Die Elstern tragen nach Angaben der Veranstalter jeweils den Namen einer der 150 reichsten Personen oder Familien Deutschlands. Damit wolle man auf die aus ihrer Sicht extreme Ungleichverteilung von Vermögen aufmerksam machen. Die Aktion richte sich ausdrücklich nicht gegen die Bayreuther Festspiele, sondern gegen soziale Ungleichheit und politische Entscheidungen.

Öffentliches Picknick

Begleitet wird die Installation von einem öffentlichen Picknick im Festspielpark. Nach dem Aufbau beginnt die Aktion am Samstag gegen 14 Uhr. Bis 18.30 Uhr wollen die Organisatoren vor Ort weitere Elstern gemeinsam mit interessierten Besuchern gestalten. Außerdem ist ein Begleitprogramm mit Musik geplant.

Mit ihrer Aktion setzen die Initiatoren bewusst einen Kontrapunkt zum festlichen Auftakt der Jubiläumssaison – allerdings außerhalb des eigentlichen Festspielgeländes.