142 Menschen hat der Brechdurchfall bislang erwischt Norovirus: Entwarnung in der Region

Von Thorsten Gütling

Das Norovirus hält die Menschen im Freistaat in Atem. Allenvoran Oberfranken sei betroffen, melden Nachrichtenagenturen und berufen sich dabei unter anderem auf Zahlen des Robert-Koch-Instituts. Demnach ist die Zahl der gemeldeten Erkrankungen in diesem Jahr bis zu doppelt so hoch, wie in den Vorjahren. In den Krankenhäusern und Gesundheitsämtern der Region bietet sich dagegen ein anderes Bild.

Das Norovirus hält die Menschen im Freistaat in Atem. Allenvoran Oberfranken sei betroffen, melden Nachrichtenagenturen. In der Region bietet sich dagegen ein anderes Bild. Archivfoto: Patrick Pleul/dpa Foto: red

Wer stationär im Klinikum Kulmbach bleiben muss, weil ihm das Norovirus starken Brechdurchfall beschert, der bleibt in der Regel drei Tage. Vor allem alte Menschen würden stationär versorgt, also die, die den Wasserverlust nur schwer selbst und ohne Infusionen ausgleichen könnten. Das erklärt der Leitende Arzt Dr. Thomas Banse auf Kurier-Nachfrage. Und er sagt auch: Obwohl jeder Patient, der am Norovirus erkrankt ist, in einem Einzelzimmer untergebracht werden muss, hätte das Klinikum Kulmbach keinerlei Platzprobleme.

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Sieben Krankenpfleger erkrankt

Zu den zehn bis 20 Patienten, die das ganze Jahr über aufgrund von Durchfallerkrankungen behandelt würden, kämen derzeit etwa sechs bis zehn Noro-Patienten. Zwischenzeitlich seien auch bis zu sieben Krankenpfleger an dem Virus erkrankt. Zwei davon seien von Patienten angesteckt worden, zwei weitere hätten das Virus ziemlich sicher außerhalb des Krankenhauses aufgeschnappt und eingeschleppt. Aushilfen seien eingesprungen, mittlerweile seien die meisten Pfleger wieder zurück im Dienst.

80 Prozent Kinder

Am Klinikum Bayreuth sind seit Mitte November an 35 Patienten Noroviren nachgewiesen worden, sagt der Chefarzt des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Mikrobiologie, Dr. Sven Schimanski. Dort komme ein Schnelltests zur Anwendung, der innerhalb von zwei Stunden Klarheit über das Virus bringe und so verhindere, dass sich die Erkrankung weiter ausbreite. Zu etwa 80 Prozent seien Kinder von dem Virus betroffen. Im Vorjahr habe es etwa genauso viele Fälle gegeben wie in diesem Jahr und kritisch sei die Lage noch lange nicht.

"Das ist nahezu nichts"

Von leicht erhöhten Zahlen berichten dagegen die Gesundheitsämter. Im Landkreis Bayreuth sind im Dezember bislang 19 Erkrankungen gemeldet worden. Im Vorjahr waren es 15, noch ein Jahr zuvor waren es 17. Verglichen mit der Bevölkerungszahl, sagt der Leiter des Gesundheitsamtes, Klaus von Stetten: „Das ist nahezu nichts. Das ist ein Anstieg auf sehr niedrigem Niveau.“

Mehr Tests, mehr Befunde

Warum bundesweit von mehr Erkrankungen berichtet wird, erklärt sich von Stetten so: Seit 2014 werde mehr getestet. Davor sei die ein oder andere Erkrankung verallgemeinernd als Magen-Darm-Grippe diagnostiziert worden. Von Stetten sagt: „Dieses Jahr melden Ärzte diese Erreger, die sonst nie welche gemeldet haben.“

142 Fälle

Im Landratsamt Kulmbach spricht man von 84 Fällen in den vergangenen acht Wochen. Seit Oktober, wenn die Saison des Norovirus gewöhnlich beginnt, wurden in den Landkreisen Bayreuth und Kulmbach zusammen 142 Krankheitsfälle gemeldet. Ein klein wenig mehr als in den Jahren zuvor. Und der Höhepunkt der Erkrankungen sei überstanden, heißt es.