Und so hielt Gästetrainer Michael Regn nach Spielschluss mit seiner Enttäuschung nicht hinter dem Berg. „Ich bin richtig bedient. So geht man nicht in ein Derby, sowohl spielerisch als auch kämpferisch war das viel zu wenig von meiner Mannschaft.“ In der Tat gingen die Altstädter viel zu statisch und einfallslos zu Werke, sie probierten es fast ausnahmslos mit langen Bällen, die immer Beute der langen Prellmühler Innenverteidiger Philipp Hannemann und Frederik Schmidt-Hofmann wurden. Da auch der zwar äußerst engagierten, aber spielerisch ebenfalls limitierten Heimelf nicht viel einfiel, plätscherte das Spiel bis zur 42. Minute dahin. Dann griff SpVgg-Torhüter Fabio Kormann entscheidend ins Geschehen ein, indem er beim Versuch des geordneten Spielaufbaus den ihn anlaufenden Lorenz Röthlingshöfer anschoss. Der Ball prallte Felix Angerer vor die Füße, der nur noch vollenden musste.

In Halbzeit zwei zunächst ein identisches Bild: Beide Teams lieferten sich einen Abnutzungskampf im Mittelfeld und überboten sich an Einfallslosigkeit. So musste ein Geniestreich herhalten, um für den nächsten fußballerischen Höhepunkt zu sorgen. Nach einer kurzen Ecke gelangte der Ball in der 79. Minute zu Yannick Fuhrmann, dem stärksten Altstädter. Der nahm aus fast 30 Metern Maß und versenkte das Spielgerät flach im rechten Eck des Prellmühler Gehäuses, wobei FSV-Torhüter Marco Petrovic keine gute Figur machte.

Pötzinger: "Bodenlose" Vorstellung des Schiedrichters

Eine noch schlechtere, vor allem nach Ansicht von Coach Jörg Pötzinger, machte danach Schiedsrichter Roman Potemkin. Dem attestierte der FSV-Übungsleiter eine Leistung mit der Note „bodenlos“. In der Tat traf der Referee in der Schlussphase manch fragwürdige Entscheidung. Zunächst verweigerte er FSV-Abwehrrecke Hannemann einen Strafstoß, nachdem er von Yannik Krebs gefällt worden war. „Ich war in meiner Laufbahn schon an vielen Strafstößen beteiligt – meistens natürlich von mir verursacht –, dieser hier war aber mit großem Abstand der deutlichste“, sagte Hannemann nach der Partie trocken und beschwor, das auch dem Unparteiischen sinngemäß so mitgeteilt zu haben. Roman Potemkin empfand Hannemanns Beschwerde offensichtlich als überzogene Kritik und quittierte sie mit der Ampelkarte.

Und als der Schiedsrichter fünf Minuten später auch noch Frederik Schmidt-Hofmann mit Gelb-Rot nach einem Allerweltsfoul im Mittelfeld zum Duschen schickte, war es endgültig vorbei mit der Gelassenheit an der Prellmühle. Nun kochten die Volksseele und Trainer Jörg Pötzinger, der vom Schiedsrichter von der Trainerbank verbannt wurde.

Der FSV rettete das 1:1 ohne große Mühe über die Zeit und hinterließ wenigstens einen halbwegs zufriedenen FSV-Routinier Guido Menzel: „Nach vier Niederlagen in Folge war dieser Punkt enorm wichtig für die Moral.“

FSV Bayreuth: Petrovic – Röthlingshöfer, Elsner (75. Hahn), Hannemann, Menzel, Koßmann, Ollet (88. Eisele), Kellner, Schmidt-Hofmann, Schwarzer, Angerer.

SpVgg Bayreuth II: Kormann – Schneider, Michaelis, Langhirt (58. Reutlinger), Krebs, Müller (79. Bienek), Riess, Seeger, Musselmann, Fuhrmann, Ismail.

SR: Potemkin (Friesen);

Zuschauer: 250.

Tore: 1:0 Angerer (42.), 1:1 Fuhrmann (79.).

Gelb-Rote Karten: Hannemann (81.), Schmidt-Hofmann (86./beide FSV).