109 Menschen evakuiert Riesenschreck zur Mittagsstunde

Astrid Löffler
Ein Bagger hatte bei den Arbeiten für den Neubau am Arzberg versehentlich eine Gasleitung beschädigt.So sah die beschädigte Gasleitung aus. Foto: red

Bagger beschädigte Leitung: Kindergarten St. Franziskus musste wegen ausströmendem Gas evakuiert werden

Pegnitz - Mit dem Schrecken davon gekommen sind am Montagmittag die Kinder und Betreuer des Kindergartens St. Franziskus. Ein Bagger hatte bei den Arbeiten für den Neubau am Arzberg versehentlich eine Gasleitung beschädigt. Alle 109 Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in der Einrichtung befanden, mussten evakuiert und das Gelände wegen des ausströmenden Gases weiträumig abgesperrt werden, wie Feuerwehr und Polizei berichten.

Rund 30 Aktive der Wehren Pegnitz und Hainbronn waren daraufhin vier Stunden im Einsatz. Für die Pegnitzer Kameraden war es der 133. Einsatz in diesem Jahr. „Mir war es vor allem wichtig, dass die Kinder schnell außerhalb des Gefahrenbereichs gebracht werden, ein festes Dach über dem Kopf haben und nicht frieren“, berichtet Kommandant Roland Zahn, der vom nahe gelegenen Klärwerk sofort zu dem Einsatz geeilt ist und ein Ersatzquartier organisiert hat. Die Alarmierung war eine Minute vor zwölf Uhr erfolgt.

Ein Bauarbeiter hatte zunächst eine Mitarbeiterin des Kindergartens über das Leck informiert. Daraufhin hat die Kita-Leiterin den Notruf gewählt, berichtet Stefanie Hellbach, die Verwaltungsleitung für die 17 der Arge angeschlossenen, katholischen Kindertagesstätten des Dekanats Bayreuth. Die Leiterin sei angewiesen worden, die Einrichtung sofort zu räumen. „Die Mitarbeitenden haben die Ruhe bewahrt und die Kinder zügig aus dem Haus geleitet“, lobt Hellbach. Was bei teilweise unter Zweijährigen gar nicht so einfach sei, wie Zahn weiß.

Die Kinder wurden dann in die nahe gelegene Turnhalle der Christian-Sammet-Schule gebracht und von dort meist schnell abgeholt, sagt Hellbach. Die Kinder konnten sich nach Gruppen getrennt in der Turnhalle bewegen, die durch Trennwände unterteilt war. „Die Eltern waren aufgeregt und erleichtert, dass nichts passiert ist“, schildert Hellbach, die zufällig selbst vor Ort war. Denn just an dem Tag war in Pegnitz die Sicherheitsbegehung mit einem Fachmann vom Erzbistum.

Der Gasnetzbetreiber Bayernwerk schickte an die Unfallstelle einen sogenannten Entstörer, wie Christian Martens, Pressesprecher der Bayernwerk Netz GmbH, erklärt. Der Fachmann sah sich den Schaden an und reparierte ihn. Dazu wurde knapp 100 Meter vom Unfallort entfernt, auf der anderen Straßenseite, ein Stück Gasleitung freigelegt und dann zusammengepresst, um so die Gaszufuhr erst mal zu stoppen.

Für diese Zeit baute die Feuerwehr einen Brandschutz auf, um im Fall der Fälle schnell reagieren zu können. Denn mit einem Gasaustritt sei nicht zu spaßen, betont Kommandant Zahn und erläutert: „Wenn eine explosionsfähige Atmosphäre da ist, genügt der kleinste Funke.“ Trotzdem sei es keine akute Gefahrenquelle gewesen, weil sie ja schnell und fachmännisch betreut gewesen sei, resümiert der Bayernwerk-Pressesprecher, den immer wieder mal ähnliche Vorkommnisse erreichen. Für Zahn bleibt es eine besondere Konstellation: „Nicht immer ist halt ein Kindergarten nebenan.“

Nach Reparatur des Lochs konnten bis 18 Uhr peu à peu der Kindergarten und die anderen zehn betroffenen Haushalte wieder ans Gasnetz angeschlossen werden. Seitens des Netzbetreibers war der Fall damit erledigt. Der Schaden sei relativ schnell und mit geringem Aufwand zu beheben gewesen, da die Stelle bekannt und so keine langwierige Suche nötig war, sagt Martens. Außerdem vermische sich bei einem Austritt im Freien das Gas mit dem Sauerstoff in der Luft und erzeuge so ein weniger explosives Gemisch.

Im Kindergarten St. Franziskus war am Dienstag wieder regulärer Betrieb. Die Stadt Pegnitz baut dort eine neue Einrichtung für drei Krippen – sowie zwei Hortgruppen, die die Pfarrkirchenstiftung Herz Jesu betreiben wird. Die Eröffnung ist im September 2022 geplant. In der Einrichtung gäbe es regelmäßig Feuerschutzübungen, berichtet Hellbach. Zuerst werde eine Evakuierung mit den Kindern besprochen und dann ein paar Tage später der Ernstfall geprobt.

 

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