100 Jahre Teufelshöhle Eine der meistbesuchten Höhlen Europas

Klaus Trenz
Eintrag ins Goldene Buch der Stadt: Regierungsvizepräsident Thomas Engel (sitzend) mit Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer (rechts) und Bezirkstagsvizepräsident Stefan Specht. Foto: Klaus Trenz

Zum Abschluss eines umfangreichen Jubiläumsprogramms feierte der Zweckverband Teufelshöhle Pottenstein die Erschließung der Schauhöhle vor 100 Jahren unter anderem mit Vertretern der Regierung von Oberfranken, des Bezirks, des Landkreises und der Nachbargemeinden.

Bei der Veranstaltung wurde insbesondere die Bedeutung der Höhle nicht nur für den Tourismus in Pottenstein, sondern auch für die Fränkische Schweiz und Oberfranken hervorgehoben. Festredner war Regierungsvizepräsident Thomas Engel, der für den erkrankten Hofer Bundestagsabgeordneten und ehemaligen Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eingesprungen war. Er unterstrich die allgemeine Wertschätzung für das „touristische Highlight“: Sie sei ein „Ereignis in Oberfranken“ und zweifelsohne nicht nur das. Sie habe auch große geowissenschaftliche und ökologische Bedeutung. Man begeben sich in der Teufelshöhle auf eine Zeitreise, die vor 150 Millionen Jahren ihren Anfang nahm.

Zwangsarbeiter für die Erschließung

Vorher bei der Bevölkerung als Teufelsloch bekannt, seien sich die Geologen bis 1922 einig gewesen, dass der Höhleneingang keine Fortsetzung habe. Der Geologe Hans Brand habe mit der Erschließung des weitverzweigten Höhlensystems begonnen. Wie die weiteren Redner ebenfalls, wies Engel aber auch auf die „unheilvolle Rolle“ des überzeugten Nationsozialisten und SS-Mannes Brand hin und auf das Außenlager des KZs Flossenbürg bei Pottenstein ab 1942. Die Gefangenen mussten in Zwangsarbeit die Teufelshöhle ausbauen.

Engel erinnerte auch an die Förderprogramme, die es 2007 ermöglichten, die Schauhöhle mit moderner LED-Beleuchtung auszustatten.

Engel würdigte das Engagement der Initiativen vor Ort, wie auch Bezirkstagsvizepräsident Stefan Specht und stellvertretender Landrat Manfred Neumeister. Specht bezeichnete die Teufelshöhle als eine der „meistbesuchtesten in Europa“.

150.000 Besucher im Jahr

Bürgermeister und Vorsitzender des Zweckverbands, Stefan Frühbeißer, bezifferte die Besucher, die jährlich die Teufelshöhle besichtigen, auf rund 150.000. Die Pottensteiner Erlebnismeile fuße „im Wesentlichen auf unserer Höhle“, sagte Frühbeißer, der die Zusammenarbeit unter den Gemeinden in der Fränkischen Schweiz und der Tourismusbüros hervorhob, die zum Bekanntheitsgrad der Höhle mit beitrage: „Den Gast interessieren Gemeindegrenzen nicht.“

Frühbeißer dankte insbesondere den Mitgliedern des Zweckverbands und nicht zuletzt den Mitarbeitern. „Ich bin stolz auf unser Personal“, sagte er, das nicht zuletzt mit seiner Kreativität einen großen Anteil an der Popularität der Höhle habe. Die Teufelshöhle sei nicht nur Schauhöhle, sondern auch Ort für Kulturveranstaltungen, Aktionen und die Heilstollentherapie.

Ein Ergebnis der Kreativität sei unter anderem auch das Märchenbuch „Luzi, das kleine Höhlenteufelchen“ und der von einer Schnapsbrennerei hergestellte „Devils Cave Whisky“.

Man finde sich bei dieser Jubiläumsfeier „nicht nur zusammen, um zu feiern, sondern auch um Pläne zu schmieden für die Zukunft“, sagte Frühbeißer vor dem Hintergrund eines sich verändernden Tourismus.

INFO: Seit 7. November ist die Teufelshöhle im Winterbetrieb. Das bedeutet, sie ist bis zum 31. März 2023 ausschließlich an den Sonntagen von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die Führungszeiten sind dann 11 Uhr, 12.20 Uhr, 13.40 Uhr und 15 Uhr. Sonderöffnungszeiten gelten allerdings in den Weihnachtsferien vom 25. Dezember bis 6. Januar 2023. In dieser Zeit hat die Teufelshöhle zu den genannten Führungszeiten täglich geöffnet.

 

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