100. Geburtstag Man muss das Leben nehmen wie es kommt

Glückwunsch zum 100.: Christiane Söllheim und Thomas Ebersberger, stellvertretender Bürgermeister in Bayreuth. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH/HEINERSREUTH. Christiane Söllheim war bei ihren sechs Geschwistern immer nur „die Klaa“ – aber am Samstag hat die Kleine ganz groß gefeiert: Nämlich ihren 100. Geburtstag.

„Ich kann selber gar nicht glauben, dass ich 100 bin“, sagt Christel, wie sie von den meisten genannt wird, als sie zum Geburtstagsumtrunk im Garten ihrer Tochter in Heinersreuth sitzt. Dort wohnt sie jetzt und gestaltet ihren Alltag nach wie vor größtenteils selbst – wie sie es bis vor kurzem auch noch in Bayreuth getan hat.

Christel Söllheim ist ein Bayreuther Urgestein. Sie ist in St. Johannis geboren – als Alteingesessene nennt sie es natürlich „Kanz“ – und hat dort quasi ihr ganzes Leben verbracht. Ihren Mann hat sie 1940 geheiratet, hat drei Kinder bekommen und ist heute siebenfache Großmutter und Urgroßmutter.

„Mit 100 Jahren hat man alles mitgemacht“, sagt die rührige alte Dame, die während des Gesprächs oft und herzlich lacht. „Auch viele schwere Zeiten“, meint sie und hält kurz inne, „aber man muss alles so nehmen wie es kommt.“ Es könne schlimmer sein, findet Christel Söllheim. Ja, Humor hat die passionierte Malerin und Musikerin: „Ich bin ein lustiger Kerl“, sagt sie über sich selbst.

Die Bayreutherin liebt die Malerei, besonders die Bauernmalerei hatte es ihr angetan. Aber nicht die klassische, traditionelle: „Da ist doch eins wie das andere“, schimpft sie. „Ich hab die Blumen so gemalt, wie ich sie gesehen habe.“ Mindestens 30 Milchkannen und etliche andere Gegenstände hat sie bemalt. Und auch ihren Zither-Kasten: Mit zwölf Jahren hat sie das spielen gelernt, hatte ihre eigene kleine Musikgruppe und ist heute noch Mitglied der „Alt-Baireither“, die zu ihrem Geburtstag natürlich in voller Tracht erscheinen sind.

Christel Söllheim lässt sich von ihrem Alter nicht das Leben diktieren: „Ich hab immer was vor“, bekräftigt sie. Wenn ihre Enkel zu Besuch sind, verwöhnt sie sie mit Schinkennudeln und Pfannkuchen – „die schmecken ganz besonders“ – und zum Sonntagsstammtisch lässt sich die Bayreutherin in die Eremitenklause fahren. Vielleicht ist diese Gelassenheit ihr Geheimnis. Oder der Honig, den Christel Söllheim in ihren Kaffee gibt.

 

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