1. FC Nürnberg: Ultras zwingen Club-Bus zum Anhalten - Bader stellt sich Auftakt-Pleite

Nach der 3:6-Auswärtspleite des 1. FC Nürnberg zum Saison-Auftakt in Freiburg gegen den SC wurde Mannschaftsbus auf dem Heimweg offensichtlich von Fans gestoppt, berichtet die "Nürnberger Zeitung". An der Autobahnraststätte Renchtal-Ost fuhr ihr Mannschaftsbus gegen Mitternacht raus. Dort warteten bereits 200 bis 250 Ultras auf das Team, die Trainer sowie Sportvorstand Martin Bader und baten zu einer Aussprache.

Der27.07.2015 im Schwarzwald-Stadion in Freiburg: Torschütze Nils Petersen feiert mit den Fans den 6:3-Sieg. Danach zwangen in der Nacht bei der Heimfahrt Nürnberger Ultras den Mannschaftsbus zum Anhalten und zur Stellungnahme. Foto: dpa Foto: red

Bader habe die Aussprache angeordnet und sei damit einer Aufforderung der Ultras nachgekommen, heißt es in dem Bericht. Kapitän Jan Polak, Guido Burgstaller und Thorsten Kirschbaum seien dann ausgestiegen und hätten mit den Fans diskutiert. Insgesamt habe die Pause etwa 40 Minuten gedauert. Danach habe der Bus seinen Weg nach Nürnberg fortgesetzt. Jemand aus dem Umkreis des Clubs sagte, das Training am Dienstagmorgen sei deswegen ausgefallen bzw. verschoben worden. Junge Spieler seien von dem Vorfall schon ein bisschen eingeschüchtert gewesen.

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Bereits der vielfache gravierende Vorfall, bei dem die Fans die Mannschaft stellen

Die Nürnberger Ultras zwingen ihren Verein öfters zur Stellungnahme. Das ist in den letzten Jahren wiederholt vorgekommen. Ein anderes Beispiel, das für Schlagzeilen sorgte, war ein Vorfall nach der 0:3-Pleite in Karlsruhe im September 2014. Da forderten die Ultras, dass die Mannschaft ihre Trikots bei ihnen abgeben solle. Bader habe damals den Vorfall geschehen lassen, schrieb die "Nürnberger Zeitung". Trainer René Weiler will zu dem aktuellen Vorfall nicht Stellung beziehen.

Die Spiele des Club gegen Freiburg stehen fan-mäßig unter keinem guten Stern. Bereits im März 2014 wichen drei Busse (der "Kicker" spricht sogar von vier) mit Nürnberg-Fans bei der Fahrt zum Auswärtsspiel von der Route ab und passierten ein Haus des Freiburger Fan-Projektes, wo circa 80 Freiburger Ultras sich vor dem Spiel versammelt hatten. Einer der Fans zog in einem der Busse den Nothalt, die Nürnberger stiegen aus, es kam zu einer Massenschlägerei, und von beiden Seiten wurden offensichtlich Flaschen geworfen, teils mit Nägeln gefüllt. Eine gerichtliche Untersuchung des Vorfalls ergab circa einen Monat später, dass die Nürnberger Busse wohl absichtlich die Anweisungen der Polizei ignoriert hätten. Die Bus-Fahrer wurden angezeigt.

kfe